18.Januar 2018

DBV-Konjunkturbarometer: Stimmung erhält Dämpfer

Die wirtschaftliche Stimmung der deutschen Landwirte hat im Dezember 2017 einen weiteren...

Die wirtschaftliche Stimmung der deutschen Landwirte hat im Dezember 2017 einen weiteren Dämpfer erhalten. Ursache dafür sind nach den neuesten Daten des Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) pessimistischere Zukunftserwartungen.

Dagegen ist die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage seit Mitte 2017 nahezu unverändert geblieben. Die Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirte hat wieder zugenommen. Gleichwohl liegt das für die kommenden Monate geplante Investitionsvolumen deutlich unter dem Stand der Jahre vor der Preiskrise 2015/16.

Investitionsbereitschaft gestiegen

32 Prozent der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren; vor einem Jahr waren es 29 Prozent. Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen liegt bei 4,0 Mrd. Euro, 0,4 Mrd. Euro mehr als ein Jahr zuvor. Das relativ hohe Investitionsniveau der Jahre 2013 und 2014 mit einem geplanten Investitionsvolumen von entsprechend gut 6 Mrd. Euro wird damit aber nicht erreicht.

Vom aktuell geplanten Investitionsvolumen in Höhe von 4,0 Mrd. Euro entfallen auf den Bereich Ställe und Stalltechnik 2,1 Mrd. Euro (gegenüber Vorjahr plus 0,2 Mrd. Euro). Mit 1,0 Mrd. Euro fallen auch die vorgesehenen Maschineninvestitionen im Jahresvergleich um 0,2 Mrd. Euro höher aus. Investitionsvorhaben im Bereich Erneuerbare Energien sind dagegen rückläufig.

Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung gesunken

Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Durchschnitt der Betriebe mit 3,14 bewertet. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation erreicht mit 2,86 einen deutlich besseren Wert. Gegenüber September fällt die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation im Durchschnitt aller Betriebe nahezu unverändert aus. Unterschiede gibt es allerdings zwischen den Betriebsformen. Während Ackerbau- und vor allem Veredlungsbetriebe eine aktuell verschlechterte wirtschaftliche Situation sehen, erholt sich die Lage in den Milchviehbetrieben weiter.

Die Zukunftserwartungen sind im Durchschnitt aller Betriebe im Dezember im Vergleich zum September deutlich zurückgegangen. Maßgebend dafür ist eine erheblich pessimistischere Einschätzung der Futterbaubetriebe.

Besonders die Pachtpreise belasten

Die Preisentwicklung ist der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor für die Beurteilung der Situation in den Betrieben. Insbesondere niedrigere Erzeugerpreise für Milch und Schweine sowie höhere Betriebsmittelpreise für Düngemittel sowie Strom und Treibstoffe wirken sich aktuell negativ auf die Stimmungslage aus. Ein besonders belastender Einfluss geht unverändert von den Pachtpreisen aus. Relativ positiv werden dagegen die Rinderpreise und weiter besonders die Kapitalmarktzinsen und Leasing-Konditionen beurteilt.

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im Dezember 2017 befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 2.100 Landwirte und Lohnunternehmer in ganz Deutschland. Hier der Link zu den Grafiken zum Konjunkturbarometer. agt

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